Extensions-Preise zu setzen ist eine Kunst für sich. Zu niedrig kalkuliert verschenkst du Marge, zu hoch schreckst du Kundinnen ab. Dieser Artikel zeigt dir die Systematik, mit der du sauber kalkulierst – unabhängig von konkreten Zahlen.
Die vier Kostenblöcke
Eine Extensions-Leistung besteht aus vier Kostenfaktoren:
- Materialkosten (Einkaufspreis der Extensions)
- Arbeitszeit (Vorbereitung, Einsetzen, Finishing)
- Verbrauchsmaterial (Bondings, Tapes, Werkzeuge)
- Beratung & Nachbetreuung (Erstgespräch, Nachziehen)
Viele Salons kalkulieren nur Block 1 und 2 – Block 3 und 4 werden oft übersehen. Dabei summieren sich gerade die unsichtbaren Posten über das Jahr.
Deine Stundensatz-Basis
Rechne aus, was eine Salon-Arbeitsstunde wirklich kostet. Monatliche Fixkosten (Miete, Strom, Versicherung, Löhne, Produkte) geteilt durch effektive Arbeitsstunden ergeben deinen Mindest-Stundensatz. Darauf kommt deine gewünschte Marge.
Beispiel-Rechnung (anonym):
- Fixkosten Salon: X € / Monat
- Produktive Stunden: ca. 120/Monat pro Stylistin
- → Kosten pro Stunde: X / 120
Material-Aufschlag richtig wählen
Üblich im Extensions-Bereich ist ein 2–3facher Aufschlag auf den Einkaufspreis. Das klingt viel, deckt aber:
- Beratungszeit vor dem Verkauf
- Lagerhaltung
- Farbmatching-Aufwand
- Rücksprachen und Reklamationen
Unter dem 2fachen Aufschlag rechnest du meist in die eigene Tasche.
Pauschal oder nach Aufwand?
Pauschalpreis: „Komplette Tape-In Behandlung: X €"
- ✅ Kundin weiß was sie zahlt
- ✅ Einfacher zu verkaufen
- ❌ Risiko bei aufwändigen Köpfen
Nach Menge/Aufwand: „X € pro Bonding + X € Einsetzen"
- ✅ Faire Abrechnung bei unterschiedlichen Köpfen
- ❌ Intransparent für Kundin, mehr Erklärungsbedarf
Für die meisten Salons funktioniert eine Hybrid-Lösung: Pauschalen für Standard-Pakete (klein/mittel/groß), individuelle Angebote für Sonderfälle.
Typische Fehler
- Arbeitsstunden zu niedrig angesetzt
- Nachziehen/Service kostenlos mitgegeben
- Keine Anzahlung verlangt (Risiko bei No-Shows)
- Preiserhöhungen zu selten (mind. alle 12–18 Monate)
Beratung und Mehrwert verkaufen
Extensions sind ein beratungsintensives Produkt. Das Erstgespräch, das Farbmatching, die Pflegeanleitung – all das ist Teil deiner Leistung. Kommuniziere das aktiv. Kundinnen zahlen gerne für Expertise, wenn sie sichtbar gemacht wird.
Individuelle Konditionen
Als B2B-Partner besprechen wir Einkaufskonditionen persönlich bei dir im Salon. So können wir auf Menge, Tourfrequenz und Zahlungsmodus eingehen. Kein Formular, keine Mindestumsätze – einfach ein Gespräch auf Augenhöhe.


